Geschichte

Freiwillige Feuerwehr Bilsdorf 1909 - 1957

Auszug aus der Festschrift anlässlich

des 4. Kreisfeuerwehrtages in Körprich

am 14. Juli 1957

SCN 0001 2 800x590

In der Gemeinde Bilsdorf konnte erst verhältnismäßig spät eine Feuerwehr gegründet werden. Die ablehnende Haltung der Gemeindebehörde und der Bevölkerung war wohl die Hauptursache hierfür. Zwar wurde bereits im Jahre 1893 von einer Aachener Firma eine Druckpumpe ohne Saugwerk kostenlos zur Verfügung gestellt, vom Gemeinderat jedoch abgelehnt, weil die Gemeinde einen Raum zur Unterbringung derselben und etwaiger anderer Geräte erstellen sollte.

Im Jahre 1907 fand in Bilsdorf eine erste Besprechung zwecks Gründung einer Feuerwehr statt, die jedoch zu keinem greifbaren Ergebnis führte. Erst 1909 fanden sich genügend Idealisten zusammen und konnten die Wehr ins Leben rufen. Der erste Wehrführer war Peter Becker aus Bilsdorf. Bereits 1912 erfolgte ein Führerwechsel und Nikolaus Bilsdorfer hatte bis zum Jahre 1913 das Amt des Wehrführers inne. Da bis zu diesem Zeitpunkt die Wehr von den zuständigen Behörden nicht als freiwillig anerkannt war, löste sie sich auf und in der Gemeinde Bilsdorf bestand bis Ende 1919 eine Pflichtwehr unter Führung von Jakob Dräger.

Dem jetzigen Amtswehrführer Johann Reuter wurde im Januar 1920 die Führung der Wehr übertragen. Reuter gründet bereits 2 Monate später die Wehr auf freiwilliger Basis. Nach kurzer Zeit wurde die Wehr durch den damaligen Kreisbrandmeister Grim lobend erwähnt. Durch ein Handschreiben des Präsidenten der Regierungskomission, Staatsrad von Rault, wurde die Wehr am 6. April 1921 von den Behörden als freiwillig anerkannt. Das Verhältnis zwischen Gemeinde und Wehr wurde zusehends besser.

Laut eines Jahresberichts für das Jahr 1918 betrug die Gesamtstärke der Wehr 32 Mann, denen als Ausrüstung eine Spritze ohne Saugwerk, 80m Druckschlauch, ein fahrbares Wasserfass, ein fahrbarer Schlauchkarren, eine Anstellleiter, zwei Hackenleitern sowie die Ausrüstung mit Helmen, Hakengurten usw. zur Verfügung standen. Das Gerätehaus bestand 1920 aus einem Raum mit 6qm Fläche. Im Jahre 1922 baute sich die Wehr selbst ein Gerätehaus von 30qm Fläche, jedoch ohne Bodenbelag. So konnten die Vorhandenen Geräte zweckmäßig untergebracht werden. 1925 wurde das jetzige Alte Gerätehaus im Zuge des Neubaus des Schulhauses erstellt.

1928 legte Wehrführer Reuter sein Amt nieder und Matthias Fell führte die Wehr bis 1933. Auf allgemeinen Wunsch der Wehrkameraden übernahm dann Reuter die Wehrführung erneut und wurde 1935 durch Peter Lesch abgelöst, der sie bis zum Ende des zweiten Weltkrieges innehatte.

Infolge verschiedener Konflikte innerhalb der Wehr war die Mitgliederzahl bis 1932 auf 20 Mann abgesunken. 1933 jedoch ließen sich 10 Mann wieder in die Wehr aufnehmen, so dass sie Ende 1933 wieder vollzählig war.

Im Januar 1946 wurde Johann Reuter die Führung der Wehr erneut übertragen. Inzwischen waren Bilsdorf und Körprich eine Gemeinde geworden. Die Wehr bestand aus insgesamt 60 Mann und war als erste Wehr des Amtsbezirks nach Kriegsende wirklich einsatzfähig.

Im Monat November 1948 wurden Reuter auf Wunsch aller Wehrführer die Geschäfte des Amtswehrführers übertragen. Wehrführer in Bilsdorf wurde Jakob Dräger, ein Sohn des früheren Wehrführers der Pflichtwehr. Nachdem Dräger im Jahre 1954 freiwillig zurücktrat, übernahm Helmut Reuter, Sohn des jetzigen Amtswehrführers, die Führung der Wehr und hat sie bis heute noch inne.

In der Zeit ihres Bestehens war die Wehr bei größeren und mehreren kleinen Bränden, bei vier Waldbränden sowie drei mal bei Hochwasserkatastrophen eingesetzt. Zu erwähnen ist das vorbildliche Verhalten bei dem Großbrand 1949 im Walde am Litermont.

Die Ausrüstung der Wehr mit modernen Löschgeräten schritt stetig voran. An neuzeitlichen Geräten stehen der Wehr außer den übrigen Geräten eine TSA (seit1954) mit TS 6 (seit1952) zur Verfügung. Die Ausrüstung der Wehrleute mit Helmen, Hackengurten usw. ist vollständig, ebenso die Uniformierung.

Die Zusammenarbeit der Wehr mit den Verwaltungsbehörden des Amtsbezirks ist vorbildlich und es wird alles getan um die Wehr ausrüstungs- und ausbildungsmäßig immer fortschrittlicher zu gestalten . Nicht nur im Dienst, sondern auch außerhalb der Wehr stehen die Mitglieder in einem vorbildlichen Kameradschaftsverhältnis zueinander.

Bei einer Sollstärke von 28 Mann besteht die Wehr heute aus 24 aktiven Mitgliedern. Hier zu kommen 5 inaktive und 7 Mitglieder der Altersabteilung.

Die Wehr spricht an dieser Stelle allen Behörden, Förderern und Freunden für die Unterstützung beim Aufbau der Wehr Dank aus und wird sich in Zukunft weiter bemühen die, getreu dem Wahlspruch "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr", freiwillig übernommenen Pflichten zu erfüllen, um allen an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden.

SCN 0026 3 799x800   SCN 0026 800x794

Bilder vom Kreisfeuerwehrtag